Jörg Rosenbaum: DEAF EM-Marathon in Lublin/Polen am 10.05.15

Ich wurde für EM-Marathon in Polen nicht nominiert, deshalb nahm ich eine Woche vorher 100km-Lauf mit DEAF-Weltrekord teil.

6 Läuferinnen, 11 Läufer und 3 “Privat wie ich” nahmen an EM-Marathon teil und ca. 600 Hörende waren anwesend.
Eigentlich wollte ich mit mein Freund aus Polen für ca. 4h zusammenlaufen. Aber viele sagten, daß ich trotz “100kg-Bein” so schnell wie möglich laufen und Deutschland zeigen sollte. Eigentlich max. 3:30h oder Wunder wäre 3:15h möglich. Aber ich habe nie geglaubt, daß ich unter 3:05h schaffte. Ich bin stolz, traurig und erleichtert, daß ich während schnelle Lauf nicht zusammenbrach.

Ich lief fast so schnell wie “2:50h Manchester”. Ab ca. 27 km bekam ich kleine Muskelschmerzen und müsste etwas langsamer laufen, sonst Krämpfe oder Zusammenbruch möglich … So blieb ich stabil bis zum Ziel. Erst bei ca. 40km überhol CZE mich und ich lief gleich so schnell wie CZE bis ca. 42 km, dann verzichte ich Sprint zur Ziel wegen Muskelschmerzen. Wenn ich dritter wäre, dann bekomme ich sowieso keine EM-Medaille. Ich wollte eigentlich nur gute Marathonziel ankommen, deshalb mache ich “Flugtanz” (siehe Bilder) und begrüßte Zuschauer per Hand. Ich zeigte wegen meine blaue Startnummerschild vorher, daß ich deutsche Gehörlose bin. EM-Teilnehmer/innen haben rote Startnummerschild. 9 sec. vor dritter CZE: 3:04:38 Std. Ich habe sie gratuliert, Malta: 3:01h und TUR: 2:41h. Ich würde fünfter für hörende M40 (Alterklasse: 40 – 49 Jahre alt) Noch 7 Monate später hätte ich erster für hörende M50 und auf Siegerpodest mit Pokal … Pech ….

Wenn ich 100km-Lauf verzichte, dann würde ich sicher Vizeeuropameister mit ca. 2:50h. Schade ….

Nun trainiere ich Marathon für LA-Weltmeisterschaft 2016 in Bulgarien, marathoni66.