Deutsche Gehörlosen Basketball-Pokalmeisterschaft am 24./25. Oktober 2014 in Nürnberg

Bei Basketball-Pokalmeisterschaften werden die Spielbegegnungen immer ausgelost. Je nach Anzahl der gemeldeten Mannschaften wird in einem KO-System, Gruppenspiele oder Jeder-gegen-Jeden gespielt.

Bei den Damen hatten sechs Mannschaften gemeldet. Überraschend hatten der Kölner GSV und Hamburger GSV nicht gemeldet. Das hieß, es wurden Gruppenspiele gespielt. Wir, die Damenmannschaft hatten sozusagen ein Losglück, weil wir nicht mit dem Deutschen Meister GSC Nürnberg und Rekordmeister Berliner GSV in einer Gruppe waren, sondern mit GSV München und GTSV Frankfurt.

Bei den Herren haben neun Mannschaften am Anfang gemeldet. Kurz zuvor hatten die zweite Herrenmannschaft des Berliner GSV und unsere Herrenmannschaft zurückgezogen. Da unser Herren-Spielertrainer Peter Rapp leider berufsbedingt absagen musste und die Herrenmannschaft nicht ohne den Trainer an Basketball-Pokalmeisterschaften teilnehmen möchte.

So fuhr die Damenmannschaft mit der Trainerin Sonja Wecker alleine zur Deutschen Gehörlosen Basketball-Pokalmeisterschaft nach Nürnberg.
Unser erstes Gruppenspiel mussten wir gegen GSV München spielen, die wir voll auf der Rechnung hatten, weil wir bei dem Spiel um dritten Platz der Deutschen Gehörlosen Basketballmeisterschaft im April in Berlin unglücklich verloren hatten. Das wollten wir auf keinen Fall wiederholen und starteten konzentriert ins Spiel. Wir bauten gleich einen Vorsprung auf und behielten den Nerven, obwohl unser Konzentration am Ende nachließ. Unsere Trefferquote war katastrophal. Das ließ uns doch nicht erschrecken und wir kämpften weiter und wollten einfach nur gewinnen. Zum ersten Mal seit Bestehen der Basketball-Damenmannschaft haben wir den GSV München besiegt und es gab uns das Vertrauen, dass wir es weiter schaffen könnten.

Gegen GSV München 47:27 (17:5, 12:9, 8:6, 10:7)

Das zweite Gruppenspiel spielten wir zum ersten Mal gegen die wiederaufgebaute GTSV Frankfurt. Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben einen großen Vorsprung ausgebaut. Später verließen uns die Kräfte und wir ließen einige leichtsinnige Chancen zu. Als das Spiel abgepfiffen wurde, waren wir erleichtert und hatten gewonnen. Denn es war schon sehr spät – um 21.30 Uhr !!!

Gegen GTSV Frankfurt 53:24 (14:3, 16:4, 12:10, 11:7)

Als Gruppensieger mussten wir gegen den Zweiten der anderen Gruppe GSC Nürnberg im Halbfinale antreten. Wir hatten kaum Regeneration, da wir am nächsten Tag in der Frühe um 8.30 Uhr spielen mussten. Doch waren wir motiviert und wollten GSC Nürnberg ärgern, weil sie die Favoriten waren. Als das Spiel begann war es sehr ausgeglichen, doch beide Mannschaften waren nervös. Keiner konnte treffen. Erst nach vier Minuten fiel der erste Treffer für GSC Nürnberg. Wir hatten sehr gut mitgehalten, doch war unsere Trefferquote wieder erschreckend. Deshalb hat GSC Nürnberg verdient gewonnen, die dann später auch Pokalmeister wurden.

Halbfinale: Gegen GSC Nürnberg 25:60 (2:17, 7:16, 8:15, 8:12)

Nun müssen wir wieder gegen GSV München antreten und um den dritten Platz spielen. Wir wollten keine Revanche zulassen und spielten selbstbewusster und kämpferisch. Wie immer war unsere Trefferausbeute entsetzlich. Doch gaben die Münchnerinnen nicht auf und kamen im zweiten und dritten Viertel näher… Wir ließen ihnen zu viel freie Räume, so dass sie in Ruhe treffen konnten. Wir hatten einen knappen Vorsprung, bis zwei gute Spielerinnen vom GSV München aufgrund von fünf Fouls rausflogen. Danach bauten wir unseren Vorsprung weiter aus. Zum zweiten Mal haben wir gegen GSV München gewonnen und sind Dritter geworden.

Spiel um 3. Platz: Gegen GSV München 46:35 (16:8, 14:12, 6:13, 10:2)

Der dritte Platz ist die beste Platzierung seit Bestehen der Basketball-Damenmannschaft! Wir sind überglücklich darüber, obwohl unsere Vorbereitung sehr schlecht verlief. Da unsere Trainingshalle seit Juni aufgrund von Brandschäden gesperrt ist. Seitdem konnten wir nicht richtig trainieren! Das erklärt vieles, warum unsere Trefferquote und andere Defizite sehr schlecht waren. Dank eines internen Basketball-Lehrgang und ein paar Freundschaftsspiele konnten wir unsere Taktiken einspielen. Doch war es nicht genug für uns!
Hoffentlich können wir endlich bald wieder gemeinsam trainieren, um unsere Ziele weiter fortzusetzen…