[VOLLEYBALL] – Teilnahme bei der DGVM 2019

Vom 30. bis zum 31. März 2019 fanden die 42. Deutschen Gehörlosen Volleyball-Meisterschaften in Herford statt. Da sich im Vorfeld abzeichnete, dass sich nicht genügend Spielerinnen für eine eigenständige Essener Mannschaft fanden, kontaktierten wir den GSV Herford und beschlossen eine Spielgemeinschaft mit den Herforderinnen zu bilden. So nahmen aus Essener Seite Kathrin Böttcher, Franziska Wörner, Katharina Pape, Jana Kapralow und Inga Ragutt teil. Aus Herforder Seite stellten sich Veronika Zuhl, Nicola Niewöhner, Antje Clemens und Sheila Schlechter zur Verfügung.

Ein Teil des Essener Teams reiste am Freitag an und übernachtete im nahe gelegenen Bad Salzuflen. Am Samstagmorgen machte sich das Essener Team gut gestärkt vom Frühstück auf dem Weg zur Sporthalle in Herford. Nach einem kurzen Kennenlernen der Mitspieler, das Treffen und Wiedersehen von „alten“ Bekannten und Erwärmung auf den Spielfeldern wurde die Deutsche Meisterschaft offiziell von der Volleyballfachwartin Katharina Pape und technischen Leiter Tino Götting eröffnet. Das

Damenteilnehmerfeld bestand dieses Jahr insgesamt aus vier Mannschaften mit dem GSV Zwickau, Berliner GSV und den Spielgemeinschaften GTSV Essen/GSV Herford sowie GSBV Halle/GSV Chemnitz. Es wurde in den Spielmodus „Jeder gegen Jeden“ gespielt.

Im ersten Spiel durften wir direkt gegen den amtierenden Deutschen Meister Zwickau ran. Wir entschieden uns für ein 4-2 System mit zwei Zuspielerinnen anzutreten und es klappte erstaunlich gut dafür, dass wir zuvor nie zusammen gespielt hatten. Wir machten es den eingespielten Zwickauerinnen nicht einfach. Der erste Satz war von Abstimmungsfehlern auf beiden Seiten geprägt. Mit Verlauf des Satzes konnten wir uns sogar absetzen und gewannen den Satz mit 25:18. Im zweiten Satz fanden die Zwickauerinnen immer besser ins Spiel und konnten den Durchgang souverän für sich mit 25:15 entscheiden. In den dritten Satz starteten wir schlecht und nach zwei Aufschlagwechseln stand es bereits 1:7 sodass wir den gesamten Satz den Rückstand hinterherliefen. Am Ende hieß es 20:25. Nochmal versuchten wir alle Kräfte für den nächsten Satz zu mobilisieren, doch leider passierten immer wieder Fehler, da die Konzentration bei dem ein oder anderen nachließ, sodass sich ab der Mitte des Satzes Zwickau mit drei bis vier Punkten absetzte und diesen Vorsprung dann bis zum Satzende verteidigte. Somit ging das Spiel mit 1:3 verloren.

Am Nachmittag stand das zweite Spiel gegen den Berliner GSV auf dem Plan. Wir starten ausgeglichen in den Satz und jede Mannschaft kämpfte um Ball und Punkte. Nach einer kleinen Führung der Berliner von 7:4 lief auf unserer Seite wenig zusammen, sodass die Berlinerinnen ihren Vorsprung auf 14:5 ausbauten. Wir zeigten im Anschluss nochmal unsere Moral und wollten uns nicht so einfach geschlagen geben, sodass wir auf 16:17 herankamen. Doch am Ende behielten die Berlinerinnen wieder die Oberhand und gewannen den ersten Durchgang mit 25:23. Die Sätze Zwei und Drei verliefen ähnlich wie der erste Satz. Bis Mitte des Satzes bauten die Berlinerinnen sich einen kleinen Vorsprung aus. Am Ende ließ auf unserer Seite die Konzentration nach und die Abstimmungsfehler häuften sich, sodass die Berlinerinnen auch die Sätze Zwei und Drei mit 25:19 und 25:21 gewannen. Der Berliner GSV zeigte insgesamt eine gute Abwehrleistung und immer wieder entschärften sie unsere guten Angriffsaktionen und brachten die Bälle wieder auf unsere Seite clever in die Ecken zurück.

Da der GSV Zwickau und Berliner GSV jeweils die Spielgemeinschaft GSBV Halle/GSV Chemnitz schlugen, stand am Ende fest, dass am Sonntag alle Spiele als Final-Spiele stattfanden. Wir durften gegen GSBV Halle/GSV Chemnitz um Platz Drei spielen und Zwickau und Berlin spielten um den Deutschen Meisterschaftstitel. Den Samstagabend schlossen wir mit einem netten und leckeren Mannschaftsessen ab.

Am Sonntag stand um 9.15 Uhr das Spiel gegen GSBV Halle/GSV Chemnitz an. Leicht verspätet starteten wir mit einem 2:9 Rückstand in die Partie. Die Mannschaft wirkte total verschlafen und war noch nicht richtig wach. (Vielleicht lag es an der verkürzten Nacht aufgrund der Zeitumstellung auf Sommerzeit?) Auch wollte keiner Verantwortung übernehmen, sodass GSBV Halle/GSV Chemnitz den Satz mit 25:19 verdient gewann.

Mit dem Seitenwechsel sollte das Team nochmal durch eine Ansprache geweckt werden und diese lieferte erste Früchte. Der zweite Satz lief sehr ausgeglichen und immer wieder wechselte die Führung um nur eins bis zwei Punkte. Dies blieb bis zum 25:24 und wir hatten den ersten Satzball. Doch Halle/Chemnitz gab nicht auf und entschärfte unseren Satzball und plötzlich hatten sie selbst den nächsten Satzball. Aber auch wir konterten und gewannen den Satz mit 28:26, so dass es nun 1:1 stand.

Im dritten Satz lief es dann wieder für Halle/Chemnitz. Wir machten schon zu Beginn des Satzes viel zu viele Eigenfehler, sodass wir der Führung von Halle/Chemnitz ständig hinterher liefen, sodass der Satz mit 18:25 verloren ging.

Jetzt hieß es nochmal alles abzurufen was wir im zweiten Satz gezeigt haben. Genau das taten wir auch wieder. Der Satz verlief bis zum 15:15 sehr ausgeglichen, im Anschluss setzten wir uns leicht ab und konnten den Vorsprung bis ins Ziel zum 25:22 verteidigen.

Dank der toll gezeigten Moral ging es nun in den entscheidenden Tie-Break. Bis zum 5:5 ging es hin und her. Durch druckvolle Aufschläge wackelte die Annahme von Halle/Chemnitz und wir konnten uns auf 11:5 absetzen. Aber auch Halle/Chemnitz kam nochmal heran, doch wir brachten die Führung und das Spiel mit einem 15:12 zu Ende. Die Freude war nach Abpfiff riesig.

Insgesamt war es ein faires, hart umkämpftes und spannendes Spiel gegen die Spielgemeinschaft GSBV Halle/GSV Chemnitz, die ein ebenbürtiger Gegner waren.

Das Finalspiel im Anschluss zwischen GSV Zwickau und Berliner GSV war sehr umkämpft und die Damen aus Berlin zeigten eine tolle Leistung und kämpften um jeden Ball. Auch hier hatten sie wie schon gegen uns eine tolle Abwehr und konnten die gut platzierten Angriffe der Zwickauerinnen oft entschärfen und brachten die Bälle immer wieder zum Gegner zurück oder konterten ebenfalls mit guten Angriffsaktionen. Am Ende hatte schließlich Zwickau die Nase vorne, da sie letztendlich in den entscheidenden Phasen weniger Fehler zeigten und ihr unbedingten Willen durchbrach, das Spiel gewinnen zu wollen. Dies ist eine große mentale Stärke der Mannschaft weshalb sie auch Jahr für Jahr die Deutsche Meisterschaft in der Vergangenheit gewonnen haben. Herzlichen Glückwunsch deshalb an Zwickau mit einen tollen Vizemeister Berliner GSV.

Herzlich bedanken möchten wir uns auch noch bei den Ausrichter Herford für die tolle Organisation, Freundschaftlichkeit und Bewirtschaftung, an die Volleyballfachsparte für die gelungene Durchführung der Meisterschaft und den zahlreichen Zuschauern.

Ein besonderer Dank gilt auch an Veronika Zuhl, für die Bildung der Spielgemeinschaft mit euch, die sehr freundschaftlich geprägt war und es uns auch einfach gemacht hat. Es hat uns viel Spaß und Freude bereitet.

Deutscher gehörlosen Meister bei den Herren ist in diesem Jahr der GSV Düsseldorf geworden, der sich in einem sehr rassigen, erstklassigen und spannenden Finale gegen den Berliner GSV durchsetze.

Inga Ragutt, GTSV Essen